©Goldenen Bar„Wir machen den besten Bellini der Stadt“
Glanzvoll und entspannt zugleich: Die vielfach ausgezeichnete Goldene Bar ist eine Institution in München. Betreiber Klaus St. Rainer über die Trends am Tresen, über München – und was er auf dem Viktualienmarkt kauft
©Armin SmailovicCocktails sind schwer angesagt. Was trinken die Gäste in der GoldenenBar?
Sehr beliebt ist unser Signature-Cocktail „Haus der Kunst“. Ein Gin Sour mit Champagner, Gin-Tonic-Espuma und dehydriertem Blue-Curaçao-Dust. Die Münchner Gäste mit ihrer Italienliebe mögen Negroni und andere Wermut-Aperitifs. Und Spritz.
Spritz mixen Sie auch? Ist das nicht zu banal für eine echte Cocktail-Bar?
Wir mixen spezielle Spritz-Varianten, um unser Können zu zeigen und den Horizont der Gäste zu erweitern. In unseren letzten Sommer-Spritz kam Rosé, dazu unser eigener Bitter, Grapefruitsaft und biodynamischer Prosecco. Das hat mit dem süßen Aperol-Spritz nichts mehr zu tun.
Was sind die Trends am Tresen?
Bitter-Cocktails sind sehr beliebt. Ein internationales Phänomen. Außerdem mögen die Leute leichte Drinks mit weniger Alkohol. Motto: mehr und länger Spaß haben. Auch Drinks ohne Spirituosen werden immer beliebter; wir haben da auf der Karte genauso viele spannende Cocktails wie in den anderen Kategorien.
Und was trinken Sie selbst?
Am liebsten Champagner. Und im Sommer Bellini. Wir machen den besten der Stadt, zusammen mit der Münchner Eisdiele Ballabeni, die uns dafür ein Sorbet aus weißen Pfirsichen liefert. Ich freue mich jetzt schon, wenn es wieder so weit ist.
Wer sind Ihre Lieblingsgäste?
Alle, die entspannt sind. Wer unentspannt ist, den holen wir entsprechend ab. Die Goldene Bar wirkt sehr edel, aber unser Publikum ist eine ganz bunte Mischung. Wir sind ja auch tagsüber geöffnet – als Museums-Gastronomie des Hauses der Kunst. Und im Sommer kann es vorkommen, dass sich auf der Terrasse neben dir ein Eisbachsurfer aus dem Neopren schält. Die legendäre Welle rauscht gleich vor der Bartür.
Am Dienstag hat die Goldene Bar zu. Was machen Sie dann?
Ich gehe sehr gerne gut essen. Bei Karl Ederer in Sendling zum Beispiel – große Kochkunst ohne Chichi. Sensationell ist auch die neue Mokum-Tagesbar. Mitbetreiberin Julia war zuvor Sommelière im Drei-Sterne-Restaurant JAN. Ich könnte ewig aufzählen, denn das Restaurantangebot in München ist absolut fantastisch.
Sie sind Münchner. Welche Stadtviertel mögen Sie besonders?
Altstadt und Kunstareal. In der Neuen Pinakothek besuche ich gern alte Freunde wie Hieronymus Bosch. Aus seinen Bildern hole ich immer wieder was für mich raus. Und ich gehe gern auf den Viktualienmarkt, wo es jetzt auch ein paar junge, spannende Adressen gibt – die Münchner Käse Manufaktur zum Beispiel. Die machen eine Hammer-Butter!
